Dienstag, 17. Juli 2012

Alaska vom Feinsten


In den letzten 10 Tagen haben wir viele schöne Eindrücke und Tierbegegnungen erlebt und einige 100-Meilen zurückgelegt. Nach dem Besuch des Denali Nationalparkes, wo wir den höchsten Berg von Alaska sahen, radelten wir über den unasphaltierten, 218 km langen Denali Highway nach Paxson und dann weiter nach Delta Junction.

Nun aber der Reihe nach...
Wir verliessen Anchorage über den vielbefahrenen 4-spurigen Highway in Richtung Norden. Nach einigen Kilometern kann ein grosses Schild mit einem Fahrverbot für Fahrradfahrer. Nun, wie weiter? Auf unserer Karte gab es keine andere Strasse. Nach kurzer Zeit fanden wir dann einen gut ausgebauten Veloweg und folgten diesem bis Eagle River. Ab dort mussten wir wieder auf den Highway, der in der Zwischenzeit zum Glück nur noch 2-spurig und nicht mehr so befahren war.

Am zweiten Tag hatten wir die dicht besiedelten Gebiete hinter uns gelassen und wir radelten inmitten einer schönen Landschaft. Gespannt und vorsichtig warteten wir auf Tierbegegnungen. Kommt da wohl bald ein Bär aus dem Gebüsch... Aber nein, wir hatten andere Action: Die Trägerstange des Gepäckträgers von Patrick brach und weit und breit war keine Ortschaft.  Notdürftig konnten wir die Stange reparieren, wir mussten jedoch jemanden finden, der den Träger schweissen konnte. So fuhren wir weiter in den nächsten Ort – zumindest war dieser auf unserer Karte vermerkt. Dort angekommen, merkten wir, dass der ‚Ort’ nicht mehr als ein Punkt auf der Karte war.  Also wieder umdrehen und zurückfahren zum letzten Dorf. Dort fanden wir eine Garage, welche den Gepäckträger schweissen konnte. Dabei konnten wir die dortige Big-Foots etwas näher bestaunen.

Froh darüber, dass dies jetzt passiert ist und nicht später, wenn wir wirklich in der Pampa sind, setzten wir die Reise fröhlich weiter.

In Cantwell, dem letzten ‚Ort’ vor dem Denali Nationalpark, deckten wir uns im Tankstellen-Shop noch mit Esswaren für die kommenden 3 Tage ein (Teigwaren und verstaubte Büchsen, viel hatte es nicht). Den Nationalpark-Eingang erreichten wir am 9. Juli und radelten dann in zwei Tagen auf der Schotterpiste die 85 Meilen bis ans Ende des Park zum Wonder Lake.

Am Wonder Lake hatten wir einen sensationellen Blick auf  den Mount McKinley, den höchsten Berg von Nordamerika (6194 m.ü.M.).  Auf dem Weg dorthin radelten wir durch eine eindrückliche Tundra-Landschaft und sahen verschiedene Tiere wie  das Dalli Schaf, eine Elchmutter mit Kind, einige Caribous und auch unseren ersten Grizzli-Bären. Zu spüren gab’s hunderte von Mücken - natürlich bei jedem Halt umsonst – zum Glück hatten wir Anti-Brumm dabei.


Aus dem Rückweg aus dem Park verluden wir die Räder in den Park-Bus und genossen während 5 Stunden die Rückfahrt. Dann sahen wir das grosse Highlight: Eine Bärenmutter mit 2 Bärenkinder und zwei riesige Elch-Bullen. Der krönende Abschluss des Besuches im einmalig schönen Nationalpark.

In den nächsten beiden Tagen stand ein weiteres Highlight unserer Reise bevor. Die 218 km lange Piste, die als schönste und urwüchsigste im zentralen Alaska gilt, der Denali Highway. Hier streckten uns die vielen Gletscher die Zungen heraus und Fichtenbäume wachsen in der Tundralandschaft. Wir begegneten u.a. vielen Motorrad-Fahrer (Enduros, wäre wohl auch ein Abenteuer wert, gäll Lobo...) und wieder die beiden Tourenfahrer Britta und Bernd.

Landschaftlich ist dieser Highway super schön und abwechslungsreich, ein dauerndes auf und ab. Oft befindet man sich in höheren Lagen und überquert verschiedene Pässe, wo der Rest-Schnee noch in greifbarer Nähe liegt.

In Paxson, dem Ende des Denali Highways, gönnten wir uns wieder einmal ein typisch amerikanisches Omlette, natürlich mit Hashbrowns und Toast. Hm, lecker. Danach radelten wir Richtung Norden mit dem Ziel Delta Junction. Da es nach dem Mittag zu regnen begann und nicht mehr aufhören wollten, radelten wir gleich bis zum Endziel weiter und fuhren die insgesamt 171km in 8.5 Stunden. Glücklich und müde erreichten wir den Ort um 18:26 (4 Minuten vor unserer Voraussage).

PS: Das liebe Wetter ist so eine Sache hier, der „Sourdough“ (Einwohner von Alaska) pflegt zu sagen: „Wenn es regnet, ist’s gut; ... wenn es nicht regnet, ist’s besser“.

6 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hoi zäme

wow, sensationelle Bilder und Erlebnisse, danke für den Update. Geniesst die Reise weiter. Liebe Grüsse aus Emmen. Evelyne

Anonym hat gesagt…

Hoi ihr zwei
Wir sind wieder gut in den Schweizer Bergen angekommen. Leider)-: Wären noch gerne weitergeradelt. Wir war die Canol Road? Gabs schon einen Fisch?
LG und guats Radeln B&B

Anonym hat gesagt…

hoi iar zwai... sizend im mac und checkend grad oiri sita...coool. viel spass uf dr rais nach haines und nit vergässa in d village bakery in haines jctn go gmüatlich tua. c u on the road ds grischa-tandem
www.getjealous.com/grischa-tandem

Anonym hat gesagt…

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Anonym hat gesagt…

Hoi zäme, euer reisebericht ist wieder super spannend und die bilder ... Da beneide ich euch fast ein wenig, aber natürlich nur, wenns nicht regnet! Gute fahrt und ich freue mich auf euren nächsten bericht! Glg babs

Anonym hat gesagt…

Hallo Yvonne und Patrick,

wir haben wieder mal an Euch gedacht und wie wir sehen verläuft die Reise ja ganz gut. Bei uns liegt der erste Schnee und wir haben momentan eine Bikepause. Eure Bilder sind ja sehr beeindruckend und so wie Ihr ausseht geht es Euch ja blendend. Wir wünschen Euch noch einen weiterhin schönen Pannenfreien Reiseverlauf und bleibt gesund.

Schöne Grüße aus dem Schwarzwald

Sabine und Eddi