In den letzten 10 Tagen haben wir viele schöne
Eindrücke und Tierbegegnungen erlebt und einige 100-Meilen zurückgelegt. Nach
dem Besuch des Denali Nationalparkes, wo wir den höchsten Berg von Alaska sahen,
radelten wir über den unasphaltierten, 218 km langen Denali Highway nach Paxson
und dann weiter nach Delta Junction.
Nun aber der Reihe nach...
Wir verliessen Anchorage über den
vielbefahrenen 4-spurigen Highway in Richtung Norden. Nach einigen Kilometern kann
ein grosses Schild mit einem Fahrverbot für Fahrradfahrer. Nun, wie weiter? Auf
unserer Karte gab es keine andere Strasse. Nach kurzer Zeit fanden wir dann
einen gut ausgebauten Veloweg und folgten diesem bis Eagle River. Ab dort
mussten wir wieder auf den Highway, der in der Zwischenzeit zum Glück nur noch
2-spurig und nicht mehr so befahren war.
Am zweiten Tag hatten wir die dicht
besiedelten Gebiete hinter uns gelassen und wir radelten inmitten einer schönen
Landschaft. Gespannt und vorsichtig warteten wir auf Tierbegegnungen. Kommt da
wohl bald ein Bär aus dem Gebüsch... Aber nein, wir hatten andere Action: Die
Trägerstange des Gepäckträgers von Patrick brach und weit und breit war keine
Ortschaft. Notdürftig konnten wir die
Stange reparieren, wir mussten jedoch jemanden finden, der den Träger schweissen
konnte. So fuhren wir weiter in den nächsten Ort – zumindest war dieser auf
unserer Karte vermerkt. Dort angekommen, merkten wir, dass der ‚Ort’ nicht mehr
als ein Punkt auf der Karte war. Also
wieder umdrehen und zurückfahren zum letzten Dorf. Dort fanden wir eine Garage,
welche den Gepäckträger schweissen konnte. Dabei konnten wir die dortige
Big-Foots etwas näher bestaunen.
Froh darüber, dass dies jetzt passiert ist und
nicht später, wenn wir wirklich in der Pampa sind, setzten wir die Reise
fröhlich weiter.
In Cantwell, dem letzten ‚Ort’ vor dem Denali
Nationalpark, deckten wir uns im Tankstellen-Shop noch mit Esswaren für die kommenden
3 Tage ein (Teigwaren und verstaubte Büchsen, viel hatte es nicht). Den
Nationalpark-Eingang erreichten wir am 9. Juli und radelten dann in zwei Tagen auf
der Schotterpiste die 85 Meilen bis ans Ende des Park zum Wonder Lake.
Am Wonder Lake hatten wir einen sensationellen
Blick auf den Mount McKinley, den
höchsten Berg von Nordamerika (6194 m.ü.M.). Auf dem Weg
dorthin radelten wir durch eine eindrückliche Tundra-Landschaft und sahen
verschiedene Tiere wie das Dalli Schaf,
eine Elchmutter mit Kind, einige Caribous und auch unseren ersten
Grizzli-Bären. Zu spüren gab’s hunderte von Mücken - natürlich bei jedem Halt
umsonst – zum Glück hatten wir Anti-Brumm dabei.
Aus dem Rückweg aus dem Park verluden wir die
Räder in den Park-Bus und genossen während 5 Stunden die Rückfahrt. Dann sahen
wir das grosse Highlight: Eine Bärenmutter mit 2 Bärenkinder und zwei riesige
Elch-Bullen. Der krönende Abschluss des Besuches im einmalig schönen Nationalpark.
In den nächsten beiden Tagen stand ein
weiteres Highlight unserer Reise bevor. Die 218 km lange Piste, die als
schönste und urwüchsigste im zentralen Alaska gilt, der Denali Highway. Hier
streckten uns die vielen Gletscher die Zungen heraus und Fichtenbäume wachsen
in der Tundralandschaft. Wir begegneten u.a. vielen Motorrad-Fahrer (Enduros,
wäre wohl auch ein Abenteuer wert, gäll Lobo...) und wieder die beiden
Tourenfahrer Britta und Bernd.
Landschaftlich ist dieser Highway super schön
und abwechslungsreich, ein dauerndes auf und ab. Oft befindet man sich in
höheren Lagen und überquert verschiedene Pässe, wo der Rest-Schnee noch in
greifbarer Nähe liegt.
In Paxson, dem Ende des Denali Highways,
gönnten wir uns wieder einmal ein typisch amerikanisches Omlette, natürlich mit
Hashbrowns und Toast. Hm, lecker. Danach radelten wir Richtung Norden mit dem
Ziel Delta Junction. Da es nach dem Mittag zu regnen begann und nicht mehr
aufhören wollten, radelten wir gleich bis zum Endziel weiter und fuhren die
insgesamt 171km in 8.5 Stunden. Glücklich und müde erreichten wir den Ort um 18:26
(4 Minuten vor unserer Voraussage).
PS: Das liebe Wetter ist so eine Sache hier,
der „Sourdough“ (Einwohner von Alaska) pflegt zu sagen: „Wenn es regnet, ist’s
gut; ... wenn es nicht regnet, ist’s besser“.
6 Kommentare:
Hoi zäme
wow, sensationelle Bilder und Erlebnisse, danke für den Update. Geniesst die Reise weiter. Liebe Grüsse aus Emmen. Evelyne
Hoi ihr zwei
Wir sind wieder gut in den Schweizer Bergen angekommen. Leider)-: Wären noch gerne weitergeradelt. Wir war die Canol Road? Gabs schon einen Fisch?
LG und guats Radeln B&B
hoi iar zwai... sizend im mac und checkend grad oiri sita...coool. viel spass uf dr rais nach haines und nit vergässa in d village bakery in haines jctn go gmüatlich tua. c u on the road ds grischa-tandem
www.getjealous.com/grischa-tandem
hoi iar zwai... sizend im mac und checkend grad oiri sita...coool. viel spass uf dr rais nach haines und nit vergässa in d village bakery in haines jctn go gmüatlich tua. c u on the road ds grischa-tandem
www.getjealous.com/grischa-tandem
Hoi zäme, euer reisebericht ist wieder super spannend und die bilder ... Da beneide ich euch fast ein wenig, aber natürlich nur, wenns nicht regnet! Gute fahrt und ich freue mich auf euren nächsten bericht! Glg babs
Hallo Yvonne und Patrick,
wir haben wieder mal an Euch gedacht und wie wir sehen verläuft die Reise ja ganz gut. Bei uns liegt der erste Schnee und wir haben momentan eine Bikepause. Eure Bilder sind ja sehr beeindruckend und so wie Ihr ausseht geht es Euch ja blendend. Wir wünschen Euch noch einen weiterhin schönen Pannenfreien Reiseverlauf und bleibt gesund.
Schöne Grüße aus dem Schwarzwald
Sabine und Eddi
Kommentar veröffentlichen