Die letzten Tage waren gekennzeichnet von
hohen und vielfach steilen Wegpassagen. Abseits der vielbefahrenen Highways
führte uns unser Weg entlang von abgeschiedenen
Canyons, welche sehr schön zu radeln sind, weil sie vom Massenverkehr nicht
befahren werden.
Der Weg zum Yosemite Nationalpark führte uns über
3 Pässe: das Devils Gate, dem Monitorpass
und den hohen Tioga Pass. Berühmtheiten wollen erobert werden – und sie machten
es uns nicht einfach. Es waren teilweise sehr steile Passagen und lange
Anfahrten.
Der Yosemite Nationalpark war auch im Oktober
noch sehr ausgelastet. So mussten wir uns für die erste Nacht auf die
Warteliste setzen, um noch eine Camp-Site zu kriegen - zum Glück gab es genug Annullierungen,
sodass wir dann doch im Village übernachten konnten. Die zweite Nacht haben wir
dann vor-reserviert.
Der Park hat uns sehr gut gefallen und beindruckt.
Man kann hier vieles unternehmen - beliebt bei Kletterer ist die Besteigung der
‚El Capitan’ Felswand, für welche 3-5 Tage zu rechnen sind. Es gab aber auch Speed-Kletterer,
welche diese in 2.5 Stunden ‚durchliefen’, verrückt nicht! Wir haben den
Klettern nur zugeschaut und haben uns mit wandern begnügt.
Unsere Reise führte uns anschliessend zum
Sequoja/Kings Canyon Nationalpark. Auch dieses Wegstück war eine
Herausforderung. Da wir kein Höhenprofil hatten, machten wir uns am Morgen noch
keine Gedanken und radelten los. Am Nachmittag wollte der Anstieg noch immer
kein Ende nehmen und als wir endlich im Village Grand Crove ankamen, hatten wir
2150 Höhenmeter zurückgelegt. Auf 1800 M.ü.M. haben wir dann unser Zelt
aufgeschlagen und entschieden, dass wir am nächsten Tag nicht weiterradeln und
unsere müden Beine eine Erholung gönnen. Am Abend erhielten wir Besuch von
einem frechen Raccoon (Waschbären), welcher sich für unseren Esswaren und
unseren Abfall interessierte. Dieser Kerl war ganz und gar nicht scheu und
ergatterte sich schon beim ersten Versuch die leere Chips-Tüte aus dem
Abfall-Sack, der nur einen halben Meter weg von uns neben dem Feuer am Boden
lag.
Beeindruckt hat uns wieder einmal die
Gastfreundschaft und die Offenheit der Amerikaner. Wir haben auf unserer Reise
schon so oft Geschenke erhalten und sind eingeladen worden. So auch hier –
unsere Nachbarn Gary und Janet - sie haben uns beim Berg-Rauffahren gesehen und
uns gleich zum Abendessen eingeladen.
Der Sequoia Nationalpark lag als nächstes auf
unserer Route. Hier konnten wir den Christbaum der Nation und einige weitere
alte und riesige Bäume (z.T. über 2000 Jahre alt) bewundern.
Ihr alle habt uns vor den Bären in Alaska
gewarnt und wir geben es auch zu, wir hatten riesigen Respekt vor ihnen. Alle
Bären-Begegnungen waren jedoch harmlos – schlimmer sind die niedlich
aussehenden Raccoons (Waschbären) hier in Kalifornien. Sie haben es faustdick
hinter den Ohren und haben uns vor zwei Nächten überfallen und ausgeraubt. Sie
haben die frischgekauften Bagels, auf welche wir uns zum Frühstück gefreut
haben, weggefressen, obwohl diese in unserer geschlossenen Radtasche verpackt
waren. Netterweise haben sie nichts beschädigt.
Eigentlich dachten wir mal, in Kalifornien
hätte es dann keine hohen Berge mehr. Aber wir haben uns hier getäuscht. Die
Berge in der Sierra Nevada sind so hoch wie in der Cascade-Range, nur einfach
noch steiler. Aber unterdessen haben wir uns daran gewöhnt und freuen uns
jeweils, nach jedem Pass eine andere Aussicht zu bewundern.
Für alle Statistiker: Wir verzeichnen nun
unseren zweiten Platten Reifen bei 7 448 km– dass heisst, Yvonne führt diese
Statistik mit 2:0 an, während Sancho im „Gepäckträger-Schweissen“ mit 3:2
führt.
Unsere Reise geht nun weiter Richtung San Diego
an die Küste. Wir rechnen, dass wir in ca. 2 Wochen das Meer sehen werden.
PS: unser Quiz war glaub zu schwierig oder traut
uns niemand zu, dass wir ein Fondue machen können J? Erraten
hat es leider niemand, die richtige Lösung lautet: Truckee.
PS1: Silvio und Nicole: Sobald ihr wieder in
der Schweiz seit, laden wir euch trotzdem gerne ein – ihr bestimmt den
Zeitpunkt.
PS2: Silvan: Du bist zu mehr als einem Fondue
eingeladen – danke für deine Hilfe während unserer Reise.

1 Kommentar:
Hoi zäme
Verlockende Naturbilder habt ihr uns wieder gezeigt. Passt auf, dass ihr vor lauter "Gepäckträger-Schweissen" kein Übergewicht mitschleppt. Zur Statistik gehört dann auch noch, wie viele Pässe ihr schon bezwungen habt.
Weiterhin gute Reise und viel Spass.
Kommentar veröffentlichen