Montag, 22. Oktober 2012

Gigantische Felswände und uralte riesige Bäume


Die letzten Tage waren gekennzeichnet von hohen und vielfach steilen Wegpassagen. Abseits der vielbefahrenen Highways führte uns unser Weg  entlang von abgeschiedenen Canyons, welche sehr schön zu radeln sind, weil sie vom Massenverkehr nicht befahren werden.

Der Weg zum Yosemite Nationalpark führte uns über 3 Pässe:  das Devils Gate, dem Monitorpass und den hohen Tioga Pass. Berühmtheiten wollen erobert werden – und sie machten es uns nicht einfach. Es waren teilweise sehr steile Passagen und lange Anfahrten.




Der Yosemite Nationalpark war auch im Oktober noch sehr ausgelastet. So mussten wir uns für die erste Nacht auf die Warteliste setzen, um noch eine Camp-Site zu kriegen  - zum Glück gab es genug Annullierungen, sodass wir dann doch im Village übernachten konnten. Die zweite Nacht haben wir dann vor-reserviert.

Der Park hat uns sehr gut gefallen und beindruckt. Man kann hier vieles unternehmen - beliebt bei Kletterer ist die Besteigung der ‚El Capitan’ Felswand, für welche 3-5 Tage zu rechnen sind. Es gab aber auch Speed-Kletterer, welche diese in 2.5 Stunden ‚durchliefen’, verrückt nicht! Wir haben den Klettern nur zugeschaut und haben uns mit wandern begnügt.

Unsere Reise führte uns anschliessend zum Sequoja/Kings Canyon Nationalpark. Auch dieses Wegstück war eine Herausforderung. Da wir kein Höhenprofil hatten, machten wir uns am Morgen noch keine Gedanken und radelten los. Am Nachmittag wollte der Anstieg noch immer kein Ende nehmen und als wir endlich im Village Grand Crove ankamen, hatten wir 2150 Höhenmeter zurückgelegt. Auf 1800 M.ü.M. haben wir dann unser Zelt aufgeschlagen und entschieden, dass wir am nächsten Tag nicht weiterradeln und unsere müden Beine eine Erholung gönnen. Am Abend erhielten wir Besuch von einem frechen Raccoon (Waschbären), welcher sich für unseren Esswaren und unseren Abfall interessierte. Dieser Kerl war ganz und gar nicht scheu und ergatterte sich schon beim ersten Versuch die leere Chips-Tüte aus dem Abfall-Sack, der nur einen halben Meter weg von uns neben dem Feuer am Boden lag.

Beeindruckt hat uns wieder einmal die Gastfreundschaft und die Offenheit der Amerikaner. Wir haben auf unserer Reise schon so oft Geschenke erhalten und sind eingeladen worden. So auch hier – unsere Nachbarn Gary und Janet - sie haben uns beim Berg-Rauffahren gesehen und uns gleich zum Abendessen eingeladen.

Der Sequoia Nationalpark lag als nächstes auf unserer Route. Hier konnten wir den Christbaum der Nation und einige weitere alte und riesige Bäume (z.T. über 2000 Jahre alt) bewundern.

Ihr alle habt uns vor den Bären in Alaska gewarnt und wir geben es auch zu, wir hatten riesigen Respekt vor ihnen. Alle Bären-Begegnungen waren jedoch harmlos – schlimmer sind die niedlich aussehenden Raccoons (Waschbären) hier in Kalifornien. Sie haben es faustdick hinter den Ohren und haben uns vor zwei Nächten überfallen und ausgeraubt. Sie haben die frischgekauften Bagels, auf welche wir uns zum Frühstück gefreut haben, weggefressen, obwohl diese in unserer geschlossenen Radtasche verpackt waren. Netterweise haben sie nichts beschädigt.

Eigentlich dachten wir mal, in Kalifornien hätte es dann keine hohen Berge mehr. Aber wir haben uns hier getäuscht. Die Berge in der Sierra Nevada sind so hoch wie in der Cascade-Range, nur einfach noch steiler. Aber unterdessen haben wir uns daran gewöhnt und freuen uns jeweils, nach jedem Pass eine andere Aussicht zu bewundern.

Für alle Statistiker: Wir verzeichnen nun unseren zweiten Platten Reifen bei 7 448 km– dass heisst, Yvonne führt diese Statistik mit 2:0 an, während Sancho im „Gepäckträger-Schweissen“ mit 3:2 führt.

Unsere Reise geht nun weiter Richtung San Diego an die Küste. Wir rechnen, dass wir in ca. 2 Wochen das Meer sehen werden.


PS: unser Quiz war glaub zu schwierig oder traut uns niemand zu, dass wir ein Fondue machen können J? Erraten hat es leider niemand, die richtige Lösung lautet: Truckee.

PS1: Silvio und Nicole: Sobald ihr wieder in der Schweiz seit, laden wir euch trotzdem gerne ein – ihr bestimmt den Zeitpunkt.

PS2: Silvan: Du bist zu mehr als einem Fondue eingeladen – danke für deine Hilfe während unserer Reise.

1 Kommentar:

Lobo hat gesagt…

Hoi zäme

Verlockende Naturbilder habt ihr uns wieder gezeigt. Passt auf, dass ihr vor lauter "Gepäckträger-Schweissen" kein Übergewicht mitschleppt. Zur Statistik gehört dann auch noch, wie viele Pässe ihr schon bezwungen habt.
Weiterhin gute Reise und viel Spass.