Montag, 4. Februar 2013

Regenwald und goldige Strände

Ab Omaru fuhren wir der Küste entlang und drehten dann ins Inland ab, unser Ziel war der Otago Rail Trail.  Dies ist eine ehemalige Zugsstrecke von Middlemarch nach Clyde, welche zu einem tollen Radweg umgebaut wurde, der abseits der Strasse durch einige wunderschöne Täler führte. Man fühlte sich manchmal fast „Frodo Beutlin“ im Film „Herr der Ringe“ oder wie „Bilbo Baggins“ im jüngsten Werk „Hobbit“, welche hier gedreht wurden. Entlang des Weges trifft man immer wieder auf kleine romantische Orte mit feinen Cafés und Übernachtungsmöglichkeiten.

Aufgrund der noch immer starken Regenfälle im Süden der Insel und aufgrund dessen, dass die Strasse zum Milford-Sound noch immer gesperrt ist, entschieden wir uns für die Inlandroute an die Westküste. Bei herrlichem Sonnenschein genossen wir das bunte Treiben in Queenstown und die Stille in Wanaka.  

Bei blauen Himmel und rund 20 Grad fuhren wir dann weiter und mussten erleben, wie schnell sich das Wetter in Neuseeland ändern kann. Innert kurzer Zeit öffneten sich die himmlischen Schleusen und währen gut 5 Stunden unterzogen wir unsere Regenkleider einem Dauertest (der leider nicht erfüllt wurde) und radelten gegen heftigen Gegenwind. In Makarora endete die Fahrt, tropfnass wie wir waren, da die Strasse in Folge von etlichen Erdruschen kurzfristig gesperrt wurde. Das nahe Bachbett schwoll zu einem reissenden River an und führte viel Holz mit sich. Makarora ist ein Ort mit rund 65 Einwohnern, aber zum Glück mit einem Campingplatz, der auch Cabins vermietet. Nachdem es die ganze Nacht weitergeregnet hatte, war die Strasse am  nächsten Morgen noch immer gesperrt. Informationen zum Strassenzustand erhielten wir nur kläglich, zuerst hiess es, um  09:00 Uhr werde die Strasse wieder geöffnet, dann um 12:00, dann um 15:00, und dann hiess es, sie werde an diesem Tag ganz sicher nicht mehr geöffnet.  Tja, da es noch immer regnete und für uns eh zu spät wurde – bis zum nächsten Ort waren es rund 80 km - buchten wir nochmals eine Nacht in unserer Kabine. Die Strasse wurde dann gleichentags um 17:00 wieder geöffnet.

Aber das Warten hat sich gelohnt. Bei schönstem Wetter fuhren wir am nächsten Tag durch dicht bewachsenen Regenwald - der sich über die ganze Westküste erstreckt - über den Haast Pass vorbei an unzählig tosenden Wasserfällen.

In Westport nahmen wir dann Abschied von der einsamen Westküste und begaben uns wieder in die ‚höher’ gelegenen Gebiete. Von nun an lachte die Sonne jeden Tag vom Himmel, der Sommer war endgültig zurück. Unser nächstes Ziel waren die heissen Quellen von Hanmer Springs. Um diese zu erreichen, entschlossen wir uns, die Rainbow Road - eine 120km lange Schotterstrasse weit abseits vom regulären Verkehr - zu fahren. Dieser anfänglich sehr herausfordernde Weg durch die Schluchten der St. Arnaud Range verlangte einiges von den Rädern ab – nun ja, wir müssen ja kaum erwähnen, dass die Gepäckträger nicht hielten. Aber mit Tiger Klebeband halten sie seither provisorisch. Ein wunderschöner Zeltplatz am Lake Tennyson entlohnte die Strapazen des Tages und er liess ein wenig ‚Alaska’ Feeling aufkommen. Das Befahren dieser Strasse war ein weiteres Highlight unserer Neuseelandreise.

Die rauhen Küstenabschnitte ab Kaikoura sind bekannt für ihre vielen Neuseeland-Seehunde. Wir konnten viele Seehunde-Mamis mit ihren Baby-Seals auf den Felsen an der Küste beobachten. Je näher wir Blenheim kamen, desto mehr Wein-Rebenfelder säumten den Weg. Marlborough ist ja bekannt für seine guten Weine – wir können dies nur bestätigen.

Im Moment befinden wir uns an der Nordküste der Südinsel an der Golden Bay und geniessen das warme Sommer-Wetter. Eines der 101 ‚Must to do for Kiwis’ ist der Besuch des Abel Tasman. So verbrachten wir einen super schönen Tag mit kajaken und baden in den traumhaften, türkisfarbenen Buchten.

Da wir unterdessen mit unseren Gepäckträgern sehr vorsichtig umgehen müssen, haben wir entschieden, für Queen Charlotte Track, Mountainbikes zu mieten. Zum Glück..., mit unseren Rädern hätten wir die steilen Wegabschnitte nicht bewältigen können. Der Ausgangspunkt Ship Cove (für Hiker), resp. Punga Cove (für Biker) des Trails liegt abseits im Sound, dass beide nur per Wasser-Taxi erreichbar sind. Wir radelten mit „unseren“ Mountain-Bikes entlang der Hügelkette über Stock und Stein und in unzähligen Steigungen und Abfahrten dem Endziel Anakiwa entgegen. Wow, dies war ein Weg; 44km Single Trail mit malerische Buchten und Regenwäldern! Das fahren mit einem superleichten Bike machte ebenfalls viel Spass – und wir freuen uns bereits jetzt auf die kommende Bike-Saison in der Schweiz.

Heute sind wir mit der Fähre auf die Nordinsel nach Wellington gefahren, um unser Abenteuer fortzusetzen.


2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

hi kiwis..
schön von euch zu lesen. tönt superspannend. liaba gruasd vom grischa tandem

Anonym hat gesagt…

Hi Ihr Weltenbummler,
bei uns ist tiefster winter, der Schnee ist super. Es schneit nur noch, wir haben schon einen Meter feinen Pulverschnee. Im Moment ist bei uns Skifahren angesagt.
Wir wünschen euch aber trotzdem noch einen tollen Reiseverlauf in Neuseeland.

Schöne Grüße aus dem verschneiten Schwarzwald.

Sabine und Eddi