Aufgrund der noch immer starken Regenfälle im Süden der Insel und aufgrund dessen, dass die Strasse zum Milford-Sound noch immer gesperrt ist, entschieden wir uns für die Inlandroute an die Westküste. Bei herrlichem Sonnenschein genossen wir das bunte Treiben in Queenstown und die Stille in Wanaka.
Bei blauen Himmel und rund 20 Grad fuhren wir
dann weiter und mussten erleben, wie schnell sich das Wetter in Neuseeland
ändern kann. Innert kurzer Zeit öffneten sich die himmlischen Schleusen und
währen gut 5 Stunden unterzogen wir unsere Regenkleider einem Dauertest (der leider
nicht erfüllt wurde) und radelten gegen heftigen Gegenwind. In Makarora endete die
Fahrt, tropfnass wie wir waren, da die Strasse in Folge von etlichen Erdruschen
kurzfristig gesperrt wurde. Das nahe Bachbett schwoll zu einem reissenden River
an und führte viel Holz mit sich. Makarora ist ein Ort mit rund 65 Einwohnern,
aber zum Glück mit einem Campingplatz, der auch Cabins vermietet. Nachdem es
die ganze Nacht weitergeregnet hatte, war die Strasse am nächsten Morgen noch immer gesperrt.
Informationen zum Strassenzustand erhielten wir nur kläglich, zuerst hiess es,
um 09:00 Uhr werde die Strasse wieder
geöffnet, dann um 12:00, dann um 15:00, und dann hiess es, sie werde an diesem
Tag ganz sicher nicht mehr geöffnet. Tja,
da es noch immer regnete und für uns eh zu spät wurde – bis zum nächsten Ort
waren es rund 80 km - buchten wir nochmals eine Nacht in unserer Kabine. Die
Strasse wurde dann gleichentags um 17:00 wieder geöffnet.
Aber das Warten hat sich gelohnt. Bei
schönstem Wetter fuhren wir am nächsten Tag durch dicht bewachsenen Regenwald -
der sich über die ganze Westküste erstreckt - über den Haast Pass vorbei an unzählig
tosenden Wasserfällen.
In Westport nahmen wir dann Abschied von der einsamen
Westküste und begaben uns wieder in die ‚höher’ gelegenen Gebiete. Von nun an
lachte die Sonne jeden Tag vom Himmel, der Sommer war endgültig zurück. Unser
nächstes Ziel waren die heissen Quellen von Hanmer Springs. Um diese zu
erreichen, entschlossen wir uns, die Rainbow Road - eine 120km lange Schotterstrasse
weit abseits vom regulären Verkehr - zu fahren. Dieser anfänglich sehr
herausfordernde Weg durch die Schluchten der St. Arnaud Range verlangte einiges
von den Rädern ab – nun ja, wir müssen ja kaum erwähnen, dass die Gepäckträger
nicht hielten. Aber mit Tiger Klebeband halten sie seither provisorisch. Ein
wunderschöner Zeltplatz am Lake Tennyson entlohnte die Strapazen des Tages und er
liess ein wenig ‚Alaska’ Feeling aufkommen. Das Befahren dieser Strasse war ein
weiteres Highlight unserer Neuseelandreise.
Die rauhen Küstenabschnitte ab Kaikoura sind
bekannt für ihre vielen Neuseeland-Seehunde. Wir konnten viele Seehunde-Mamis
mit ihren Baby-Seals auf den Felsen an der Küste beobachten. Je näher wir
Blenheim kamen, desto mehr Wein-Rebenfelder säumten den Weg. Marlborough ist ja
bekannt für seine guten Weine – wir können dies nur bestätigen.
Im Moment befinden wir uns an der Nordküste
der Südinsel an der Golden Bay und geniessen das warme Sommer-Wetter. Eines der
101 ‚Must to do for Kiwis’ ist der Besuch des Abel Tasman. So verbrachten wir
einen super schönen Tag mit kajaken und baden in den traumhaften,
türkisfarbenen Buchten.
Da wir unterdessen mit unseren Gepäckträgern
sehr vorsichtig umgehen müssen, haben wir entschieden, für Queen Charlotte
Track, Mountainbikes zu mieten. Zum Glück..., mit unseren Rädern hätten wir die
steilen Wegabschnitte nicht bewältigen können. Der Ausgangspunkt Ship Cove (für
Hiker), resp. Punga Cove (für Biker) des Trails liegt abseits im Sound, dass beide
nur per Wasser-Taxi erreichbar sind. Wir radelten mit „unseren“ Mountain-Bikes
entlang der Hügelkette über Stock und Stein und in unzähligen Steigungen und
Abfahrten dem Endziel Anakiwa entgegen. Wow, dies war ein Weg; 44km Single
Trail mit malerische Buchten und Regenwäldern! Das fahren mit einem
superleichten Bike machte ebenfalls viel Spass – und wir freuen uns bereits
jetzt auf die kommende Bike-Saison in der Schweiz.
Heute sind wir mit der Fähre auf die
Nordinsel nach Wellington gefahren, um unser Abenteuer fortzusetzen.

2 Kommentare:
hi kiwis..
schön von euch zu lesen. tönt superspannend. liaba gruasd vom grischa tandem
Hi Ihr Weltenbummler,
bei uns ist tiefster winter, der Schnee ist super. Es schneit nur noch, wir haben schon einen Meter feinen Pulverschnee. Im Moment ist bei uns Skifahren angesagt.
Wir wünschen euch aber trotzdem noch einen tollen Reiseverlauf in Neuseeland.
Schöne Grüße aus dem verschneiten Schwarzwald.
Sabine und Eddi
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